Domain-Blocking-Services: So schützen Sie Ihre Marke im gesamten Namespace
Es ist unmöglich geworden, Ihre Marke in jeder Endung zu registrieren und Domain-Blocking-Services schließen genau diese Lücke.
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Simone Catania
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Der Domain-Namespace umfasst inzwischen weit über tausend Endungen und mit ICANNs neuer gTLD-Runde 2026 kommen Hunderte weitere hinzu. Ihre Marke in jeder einzelnen Endung defensiv zu registrieren, ist nicht mehr realistisch und kriminelle Registrierungen konzentrieren sich gerade auf die günstigen, leicht zu registrierenden Endungen, die ein defensives Portfolio kaum abdecken kann. Aus dieser Lücke sind Domain-Blocking-Services entstanden: eine Möglichkeit, eine markenrechtlich geschützte Domain in weiten Teilen des Namespaces auf einmal zu reservieren, ohne jede einzelne Endung registrieren zu müssen.
Dieser Leitfaden erklärt, wie Domain-Blocking funktioniert, was ein Domain-Block voraussetzt und was er nicht leisten kann, welche Programme es heute gibt und wann ein Domain-Block die bessere Wahl ist als eine defensive Domain-Registrierung.
Was ist Domain-Blocking?
Domain-Blocking ist ein Service auf Registry- oder Programmebene, der Dritte daran hindert, Ihre markenrechtlich geschützte Domain auf einen Schlag über viele Endungen hinweg zu registrieren. Sie setzen Ihre Domain auf eine Blockliste, statt sie in jeder Endung zu registrieren und jeder Registrierungsversuch für diese Domain wird als nicht verfügbar zurückgemeldet.
Ein Domain-Block ist ein proaktiver Markenschutz für den Long Tail des Namespace. Er ersetzt nicht die Registrierung Ihrer zentralen kommerziellen Domain, die Sie weiterhin besitzen und als Teil eines umfassenden Domain-Managements nutzen.
Heute gibt es mehrere Domain-Blocking-Programme, die jeweils unterschiedliche Reichweiten haben:
- GlobalBlock und GlobalBlock+: ein einheitlicher, registry-übergreifender Domain-Block der Brand Safety Alliance, der viele Registrys auf einmal abdeckt.
- DPML (Domains Protected Marks List): der Block von Identity Digital für eine einzelne Registry-Familie, der deren eigenes Portfolio an Endungen abdeckt.
- AdultBlock und AdultBlock+: der Block von GoDaddy Registry für die vier Endungen mit Bezug zu Erwachseneninhalten.
- Uni EPS und Uni EPS+: der Block von GoDaddy Registry für eine kleine, sich verändernde Gruppe von Endungen.
- NameBlock-Suite: eine modulare Option (BrandLock, AbuseShield, SecureShield und Web3-Blocking), mit der Sie Endungen einzeln auswählen.
Weiter unten in diesem Artikel werden diese Programme nochmals verglichen. Domain-Blocking ist ein Bestandteil einer umfassenderen Strategie. Wie sie sich in die Registrierung Ihrer zentralen Domain und das Monitoring der übrigen Domains einfügt, erfahren Sie in unserem Leitfaden zur defensiven Domain-Registrierung. Zunächst aber: Was passiert, wenn Sie einen Domain-Block setzen?
Wie ein Domain-Block funktioniert
Ein Domain-Block ist keine Domain-Registrierung. Sobald er aktiv ist, steht Ihre Domain auf der Blockliste einer Registry oder auf einer gemeinsamen Liste, die mehrere Registrys umfasst. Jeder Registrar, der versucht, diese Domain in einer reservierten Endung zu registrieren, erhält die Rückmeldung, dass sie nicht verfügbar ist.
Eine normale Domain-Registrierung verschafft Ihnen eine Domain, die Sie besitzen und kontrollieren: eine DNS-Zone, eine Website, E-Mail und TLS/SSL-Zertifikate. Ein Domain-Block bietet nichts davon. Es gibt keine DNS-Zone und nichts, was auf eine bestimmte Adresse verweisen könnte. Bei einem Domain-Block wird Ihre Domain in eine Liste reservierter Domains aufgenommen, die die Registry bei jedem EPP-Check und jedem Create-Befehl abgleicht. Die Registry gibt für diese Domain den Status „nicht verfügbar“ an, dieselbe Antwort, die ein Registrar erhalten würde, wenn die Domain bereits vergeben wäre.
Ein Domain-Block tritt außerdem in zwei Formen auf. Ein Single-Registry-Block wie DPML deckt die Endungsfamilie einer einzelnen Registry ab. Ein einheitlicher, registry-übergreifender Block wie GlobalBlock erreicht in einem einzigen Vorgang viele separate Registrys und ccTLDs.
Auch der Abdeckungsumfang variiert je nach Art der Übereinstimmung. Grundlage dafür ist ein Exact-Match-Block auf Ihre markenrechtlich geschützte Domain. Premium-Stufen erweitern die Übereinstimmung auf Tippfehler, Homoglyphen (Zeichen, die identisch aussehen, aber aus unterschiedlichen Schriftsystemen stammen, etwa ein kyrillisches „a“ anstelle eines lateinischen „a“) und Varianten internationalisierter Domainnamen (IDN).
Ein Punkt sorgt dabei häufig für Missverständnisse: Ein Domain-Block verhindert lediglich künftige Registrierungen. Er entzieht keine Domain, die ein Dritter bereits hält. Dieser Fall gehört zum Bereich Monitoring und Rechtsdurchsetzung, worauf weiter unten eingegangen wird.
Die Markenrechtsanforderung hinter jedem Domain-Block
Sie können keine Domain blocken, an der Sie keine Rechte besitzen. Jedes Domain-Blocking-Programm verlangt von Ihnen den Nachweis von Rechten an der Domain. Daher ist ein Domain-Block nicht für Gattungsbegriffe oder Domainnamen möglich, die Sie erst seit kurzem nutzen.
Was als ausreichendes Recht gilt und wie Sie es nachweisen können, hängt vom jeweiligen Programm ab. Es gibt zwei Arten von Nachweisen, die von zwei unterschiedlichen Stellen ausgestellt werden:
- Signed Mark Data (SMD) file: ausgestellt von der Trademark Clearinghouse (TMCH), der zentralen Datenbank, die ICANN für das New-gTLD-Programm aufgebaut hat. Sie bildet die Grundlage für DPML, AdultBlock sowie die Sunrise- und Claims-Dienste.
- Intellectual Property Right (IPR) number: ausgestellt von der Brand Safety Alliance (BSA), spezifisch für GlobalBlock. Wer bereits ein gültiges SMD file besitzt, benötigt keine separate IPR number.
Die TMCH selbst ist kein Domain-Blocking-Programm. Sie ist die Prüfungsebene hinter den Programmen: Sie validiert Ihre Marke und stellt das SMD file aus. Dieser Nachweis schaltet DPML, AdultBlock, Uni EPS und, als Alternative zu einer BSA IPR number, GlobalBlock frei.
Da die TMCH speziell für das New-gTLD-Programm aufgebaut wurde, gelten ihre Sunrise- und Claims-Dienste nur in neuen gTLDs, nicht in etablierten Endungen wie .com oder .net, die bereits vor der Einrichtung des Clearinghouse existieren und nie eine Sunrise-Phase durchlaufen haben.
Die BSA-Verifizierung von GlobalBlock ist breiter angelegt als der TMCH-Weg: Sie akzeptiert eingetragene und nicht eingetragene Marken, Firmen- oder Organisationsnamen sowie Namen von Prominenten. AdultBlock ist ähnlich flexibel und akzeptiert nicht eingetragene Marken und Personen des öffentlichen Lebens über eine Drittvalidierung. Die allgemeine Regel ist einfach: Sie müssen Rechte an der Domain nachweisen, und der genaue Nachweis hängt vom jeweiligen Programm ab.
Behalten Sie Verlängerungen im Blick. Ein TMCH-Eintrag und das zugehörige SMD file laufen mit eigener Laufzeit und ein Domain-Block, der an einen abgelaufenen Eintrag gebunden ist, kann geschwächt oder widerrufen werden. Stimmen Sie die Verlängerung Ihres TMCH-Eintrags mit der Verlängerung Ihres Domain-Blocks ab, damit weder das eine noch das andere unbemerkt abläuft. InterNetX fungiert über seinen Trademark-Clearinghouse-Service als TMCH-Agent tätig. Dadurch haben Sie die Möglichkeit, den Eintrag einzureichen und auf dem neuesten Stand zu halten.
Die TMCH ermöglicht außerdem Sunrise (ein Zeitfenster mit Vorrang für die Registrierung, bevor eine neue gTLD startet) und Trademark Claims (eine Warnung, wenn jemand eine passende Domain registriert). Diese dienen der Registrierung, nicht dem Blocking. Wie die Startphasen funktionieren, lesen Sie in unserer Übersicht zu Sunrise, Landrush und General Availability, und einen tieferen Einblick in das Clearinghouse gibt unser Interview mit Jan Corstens von Deloitte.
Derzeit verfügbare Domain-Blocking-Programme
Kein einzelnes Domain-Blocking-Programm deckt den gesamten Namespace ab, da jedes Programm an die daran beteiligten Registrys gebunden ist. Das passende Programm hängt von Ihrem Portfolio, den in Ihren Märkten relevanten Endungen und Ihrem Budget ab. Die folgende Tabelle vergleicht die wichtigsten Programme untereinander.
| Programm | Betreiber | Abdeckung | Varianten/Homoglyphen | Akzeptierte Rechte | Am besten geeignet für |
|---|---|---|---|---|---|
| GlobalBlock / GlobalBlock+ | Brand Safety Alliance (BSA) | Einheitlich, registry-übergreifend. Aktuell mit mehr als 800 Endungen über rund 40 Registrys angegeben, Tendenz steigend. Umfasst die DPML- und AdultBlock-Endungen. | Die Premium-Stufe ergänzt Look-alike- und Homoglyphen-Varianten, wie sie beim Phishing genutzt werden. | BSA IPR number oder ein gültiges TMCH SMD file. Reichweite: eingetragene und nicht eingetragene Marken, Firmennamen, Namen von Prominenten. | Die größte Reichweite in einem einzigen Vorgang. |
| DPML / DPML+ | Identity Digital (früher Donuts) | Einzelne Registry-Familie. Rund 300 Endungen von Identity Digital. | DPML+ ergänzt Varianten-Blocking und deckt Premium-Domains ab. | TMCH-validierte Marke (SMD file). | Tiefe innerhalb des großen Portfolios von Identity Digital. |
| AdultBlock / AdultBlock+ | GoDaddy Registry (früher ICM Registry / MMX) | Die vier Endungen mit Bezug zu Erwachseneninhalten: .xxx, .sex, .porn, .adult. | AdultBlock+ ergänzt IDN-Varianten und zusätzliche Labels aus dem SMD file. | TMCH SMD sowie nicht eingetragene Marken und Personen des öffentlichen Lebens über Drittvalidierung. | Reputationsrisiko bei Endungen mit Bezug zu Erwachseneninhalten. |
| Uni EPS / Uni EPS+ | GoDaddy Registry (früher Uniregistry) | Eine kleine Endungsfamilie (zum Beispiel .link, .click, .gift, .help, .sexy). Die Gruppe ändert sich im Lauf der Zeit. | Die Premium-Stufe ergänzt Varianten-Abdeckung. | TMCH-validierte Marke (SMD file). | Marken, die in den Uniregistry-Endungen aufgeführt sind. |
| NameBlock-Suite (BrandLock, AbuseShield, SecureShield, Web3-Blocking) | NameBlock | Modular. Sie wählen die konkreten Endungen aus, über traditionelle Endungen und Web3-Namensräume hinweg. | AbuseShield ergänzt einen Algorithmus, der verwechselbar ähnliche Look-alike-Domains erkennt und blockt und sich mit der Zeit anpasst. | Nachweisbare Rechte. AbuseShield wird auf einem bestehenden Block aufgesetzt. | Gezielte Abdeckung nach Wahl der Endungen, plus Web3. |
GlobalBlock punktet mit Breite über viele Registrys in einem einzigen Vorgang. DPML punktet mit Tiefe innerhalb einer großen Registry-Familie. AdultBlock und Uni EPS+ sind eng gefasste, hochwertige Blocks für konkrete Reputationsrisiken. NameBlock ist die modulare Option, mit der Sie den Schutz Endung für Endung aufbauen. Die Begrenzung ist bei allen dieselbe: Der Schutz erstreckt sich auf die Domains und Endungen, an denen das Programm teilnimmt und nicht darüber hinaus.
Wann sollten Sie eine Domain blocken und wann defensiv registrieren
Blocking und defensive Registrierung sind keine konkurrierenden Optionen. Sie beantworten unterschiedliche Fragen. Die folgende Tabelle ordnet gängige Szenarien dem jeweils richtigen Werkzeug zu.
| Ihre Situation | Empfohlene Maßnahme | Warum |
|---|---|---|
| Sie möchten auf der Domain eine Website betreiben, E-Mail hosten oder Zertifikate ausstellen. | Domain registrieren. | Ein Domain-Block hat keine DNS-Einträge. Nur eine Registrierung verschafft Ihnen einen nutzbaren Wert. |
| Die Domain ist eine defensive Variante, die Sie niemals nutzen werden, und das bei Dutzenden oder Hunderten von Endungen. | Domain blocken. | Eine Programmgebühr deckt viele Endungen ab und liegt damit deutlich unter den Kosten, die für die Registrierung und Verlängerung jeder einzelnen Endung anfallen würden. |
| Sie interessieren sich nur für eine Handvoll bestimmter Endungen. | Diese Endungen registrieren. | Unterhalb einer gewissen Anzahl ist die Registrierung pro Domain einfacher und günstiger als eine Programmgebühr. |
| Ein Wettbewerber könnte rechtmäßig eine identische Marke halten und die Domain für sich beanspruchen. | Mit einer Premium-Stufe blocken (DPML+, GlobalBlock+, AdultBlock+). | Standardstufen erlauben es einem Inhaber einer übereinstimmenden Marke, den Block per Override zu umgehen. Premium-Stufen schließen das aus. |
| Ihr Hauptrisiko ist ein Reputationsschaden durch Endungen mit Bezug zu Erwachseneninhalten. | Mit AdultBlock oder AdultBlock+ blocken. | Ein kleiner, günstiger Block gegen ein konkretes, schwerwiegendes Risiko. |
| Ein Squatter hält bereits eine Domain, die Ihre Marke verletzt. | Ein UDRP- oder URS-Verfahren einleiten oder eine Takedown-Anfrage stellen. | Blocking wirkt nicht rückwirkend. Nur die Rechtsdurchsetzung entfernt eine bestehende Registrierung. Mit GlobalBlock übernimmt Priority AutoCatch die Domain anschließend automatisch, sobald sie frei wird, sodass sie niemand anderes abgreifen kann. |
Domain-Blocking versus defensive Domain-Registrierung: die Kostenlogik
Die obige Tabelle ist nach Szenario sortiert. Hier ist die Berechnung zum Thema „Long Tail blocken“. Defensive Registrierung im großen Maßstab bringt eine Registrierungsgebühr pro Domain, eine jährliche Verlängerung für jede einzelne Domain und Verwaltungsaufwand mit sich: die Verfolgung von Ablaufdaten, das Aktualisieren der Registrant-Daten, die Abwicklung von Transfers. Multipliziert man dies mit Hunderten von Endungen, steigen die Gesamtkosten stark an.
Blocking verändert die Struktur dieser Kosten. Eine Programmgebühr deckt viele Endungen auf einmal ab, ohne Verlängerungen pro Domain und mit deutlich weniger Verwaltung. Bei einer Handvoll Endungen, die Sie nutzen, ist die Registrierung weiterhin die richtige Wahl und verschafft Ihnen einen nutzbaren Wert. Über Dutzende oder Hunderte rein defensiv gehaltener Endungen hinweg gewinnt Blocking in der Regel bei den Gesamtbetriebskosten.
Domain-Blocking ist nicht kostenlos und die Programme unterscheiden sich in Preis und Umfang. Der eigentliche Vergleich lautet daher: Welches Modell liefert Ihnen die nötige Abdeckung zu den geringsten Gesamtkosten für Ihren Bestand. Die neue gTLD-Runde 2026 verschärft dies: Hunderte neuer Endungen kommen auf den Markt, und bei einem „Register-Everything“-Modell bedeutet jede neue Endung eine weitere Reihe von Domains, die registriert und verlängert werden müssen. Ein Domain-Block, der sich auf neue Endungen anpassen lässt, fängt einen Großteil dieses Wachstums ab, ohne dass die Kosten proportional steigen.
Was ein Domain-Block nicht leistet
Eine geblockte Domain ist keine Domain, die Ihnen gehört. Die Grenzen zu verstehen, vermeidet die häufigsten Missverständnisse:
- Er kann keine Website und keine E-Mail hosten. Es gibt keine DNS-Zone, weil Sie die Domain nie registriert haben.
- Die Abdeckung ist begrenzt. Ein Domain-Block reicht nur so weit, wie die Domains und Endungen innerhalb des jeweiligen Programms abgedeckt sind. Alles außerhalb bleibt für die Registrierung offen.
- Er wirkt nicht rückwirkend. Hat bereits jemand eine passende Domain registriert, bewirkt der Block dagegen nichts. Das Entfernen einer bestehenden Registrierung erfordert Rechtsdurchsetzung, etwa ein UDRP- oder URS-Verfahren oder eine Takedown-Anfrage.
- Es besteht kein automatischer Schutz vor Tippfehlern. Ein Exact-Match-Block stoppt nur Ihre exakte Domain. Schutz vor Typosquatting und Look-alikes erfordert eine Premium-Stufe wie GlobalBlock+, AdultBlock+ oder AbuseShield von NameBlock.
- Er ersetzt kein Monitoring. Die Abdeckung ist immer ein Ausschnitt des Namespace, deshalb bleibt das Monitoring der restlichen Domains unverzichtbar.
Was die Missbrauchsdaten zeigen
Domain-Blocking hat sich aufgrund der Art und Weise, wie Online-Missbrauch mittlerweile stattfindet, von einer netten Ergänzung zu einer Portfolio-Entscheidung entwickelt. Der kostengünstige und leicht zu registrierende Long Tail (genau der Bereich, den ein Domain-Block effizient abdeckt) ist der Bereich, in dem sich kriminelle Registrierungen konzentrieren.
Nahezu jede missbräuchliche Domain in einer neuen gTLD wurde mit der Absicht registriert, missbraucht zu werden und nicht, um später kompromittiert zu werden. Selbst bei Abwehrquoten von über 90 % dauert es bei den meisten böswilligen Registrierungen länger als einen Tag, bis sie abgeschaltet sind. Blocking beseitigt dieses gesamte Zeitfenster vollständig, da die Domain gar nicht erst registriert werden kann.
Die Rechtsdurchsetzung bleibt eine wachsende, reaktive Belastung: Der Fallwert der WIPO lag 2025 auf dem höchsten Stand in der 25-jährigen Geschichte der UDRP. Markeninhaber verfolgen den Missbrauch auch auf der Schutzseite in den neuen Namespace, wie die Verlagerung des Anteils am Markenschutz hin zu neuen gTLDs zeigt. Bei jedem dieser Streitfälle handelt es sich um eine Domain, die verfügbar war, bevor jemand dagegen vorging. Zur reaktiven Seite dieses Zusammenhangs lesen Sie unser Interview zur UDRP mit Charlotte Spencer von der WIPO.
Die eigene Domain entsperren versus ein Override
Ein Domain-Block ist umkehrbar. Wollen Sie eine geblockte Domain doch nutzen, geben Sie sie frei und registrieren sie als normale Domain. Es fällt die reguläre Registrierungsgebühr an und der Lebenszyklus der Domain beginnt ab diesem Punkt. Das ist Ihr eigener Hebel, den Sie jederzeit betätigen können, wenn Sie entscheiden, dass sich die Nutzung der Domain lohnt.
Override ist etwas anderes: Es erlaubt jemand anderem, eine Domain innerhalb Ihres Blocks zu registrieren. In Standardprogrammen wie DPML kann ein Dritter, der eine exakt übereinstimmende Marke mit einem gültigen SMD file hält, Ihren Block per Override umgehen und die Domain registrieren, wobei er eine einmalige Override-Gebühr zuzüglich der regulären Registrierungsgebühr entrichtet. Dies ist möglich, da identische Marken rechtmäßig von unterschiedlichen Parteien in verschiedenen Ländern oder Klassen gehalten werden können.
Premium-Stufen schließen das aus. Ein Block mit DPML+, GlobalBlock oder AdultBlock+ kann von einem anderen Markeninhaber nicht per Override umgangen werden, auch nicht mit einer übereinstimmenden Marke. Wenn der Schutz vor einem konkurrierenden Markeninhaber Teil Ihres Risikobilds ist, ist dies ein konkreter Grund, sich für eine Premium-Stufe zu entscheiden.
Domain-Blocks laufen mit jährlicher oder mehrjähriger Laufzeit, üblicherweise bis zu fünf Jahre, und sind verlängerbar. Läuft ein Block aus, kehrt die Domain auf den offenen Markt zurück und wird für jeden registrierbar. Verknüpfen Sie am besten die Verlängerung Ihres Blocks mit der Ihrer TMCH-Einträge, damit keiner der beiden unbemerkt abläuft.
Umfang und das Ziel der neuen gTLD-Runde 2026
Welche Endungen deckt ein Domain-Block ab? Diejenigen Registrys, die an dem von Ihnen gewählten Programm teilnehmen. Die Abdeckung hängt von der Teilnahme ab und ändert sich schnell: Neue gTLDs wuchsen im Jahr 2025 um 29,9 % gegenüber dem Vorjahr und halten inzwischen einen Anteil von 12,4 % an den weltweit rund 386,9 Millionen registrierten Domains.
Es kann dabei nicht davon ausgegangen werden, dass jede neue gTLD automatisch ab dem Zeitpunkt ihrer Einführung unter einen bestehenden Block fällt. Manche Programme erweitern sich rasch, andere hinken hinterher. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Anbieter des jeweiligen Programms, bevor Sie sich auf die Abdeckung verlassen.
Die nächste gTLD-Runde hat einen festen Zeitplan: ICANNs New-gTLD-Programm 2026 hat die Bewerbungsphase im April 2026 eröffnet und die Ergebnisse im August 2026 bekannt gegeben. Jede neue Endung beginnt mit einer Sunrise-Phase und geht anschließend in eine General Availability über. Jede Phase ist dabei ein neues Zeitfenster, in dem jemand Ihre Domain registrieren kann. Genau deshalb machen Abdeckungslücken das Monitoring neben dem Blocking unverzichtbar.
Ihre Domain-Blocking-Optionen im Blick
Die richtige Domain-Blocking-Entscheidung beginnt mit einem klaren Bild davon, was Sie bereits besitzen und wo Lücken bestehen. Die Domain-Blocking-Services von InterNetX decken die wichtigsten Programme aus einer Hand ab, ergänzt durch die AutoDNS-Plattform für den Rest Ihres Portfolios.
Domain-Blocking-Services entdecken
Es handelt sich um einen Service auf Registry- oder Programmebene, der Dritte daran hindert, Ihre markenrechtlich geschützte Domain über viele Endungen hinweg gleichzeitig zu registrieren, ohne dass Sie jede Domain einzeln registrieren müssen. Die Domain ist gegenüber anderen reserviert, aber Sie sind nicht Eigentümer der Domain und sie verfügt über keine DNS-Einträge.
Sie benötigen nachweisbare Rechte an der Domain; Gattungsbegriffe qualifizieren sich nicht. Der übliche Nachweis ist eine TMCH-validierte Marke, belegt durch ein SMD file, angemeldet über einen Trademark-Clearinghouse-Service und wird für DPML und AdultBlock verwendet. GlobalBlock nutzt seine eigene Verifizierung der Brand Safety Alliance und akzeptiert einen breiteren Kreis, darunter nicht eingetragene Marken, Firmennamen und Namen von Prominenten.
Die wichtigsten aktiven sind GlobalBlock und GlobalBlock+ (Brand Safety Alliance), DPML und DPML+ (Identity Digital), AdultBlock und AdultBlock+ (GoDaddy Registry), Uni EPS und Uni EPS+ (GoDaddy Registry) sowie die NameBlock-Suite. Die eigenen Domain-Blocking-Services von InterNetX decken die wichtigsten aktiven Programme aus einer Hand ab.
GlobalBlock ist ein einheitlicher, registry-übergreifender Domain-Block, der viele Registrys in einem Vorgang erreicht und umfasst die DPML- und AdultBlock-Endungen. DPML ist ein Block für eine einzelne Registry-Familie, der das eigene Portfolio von Identity Digital abdeckt. GlobalBlock punktet mit Breite; DPML punktet mit Tiefe innerhalb einer Registry-Familie.
Bei einer Handvoll Endungen kann die Registrierung sinnvoll sein und verschafft Ihnen eine nutzbare Domain. Bei Dutzenden oder Hunderten von rein defensiv gehaltenen Domains gewinnt Blocking in der Regel hinsichtlich der Gesamtbetriebskosten, da eine einzelne Programmgebühr viele Endungen abdeckt und keine Verlängerungsgebühren pro Domain anfallen. Unser Leitfaden zur defensiven Domain-Registrierung erläutert die gesamte abgestufte Strategie.
Nein. Eine geblockte Domain gehört Ihnen nicht und hat keinen DNS-Eintrag. Sie kann daher keine Website hosten, keine E-Mail senden oder empfangen und nirgends aufgelöst werden. Ein Domain-Block verhindert lediglich, dass andere sie registrieren. Für den umfassenden Bereich der Nutzung und Sicherung von Domains lesen Sie gerne unsere Übersicht zum Domain-Management.
Nein. Blocking verhindert künftige Registrierungen einer übereinstimmenden Domain. Es entzieht keine Domain, die ein Dritter bereits hält: das erfordert Rechtsdurchsetzung wie ein UDRP- oder URS-Verfahren oder eine Takedown-Anfrage. Wie dieser Ablauf funktioniert, erläutert unser Interview zur UDRP mit Charlotte Spencer von der WIPO.
Ja. Als Rechteinhaber können Sie eine abgedeckte Domain aus Ihrem Block freigeben und als normale Domain über AutoDNS oder Ihren gewohnten Registrar registrieren. Dabei fällt dann die reguläre Registrierungsgebühr an.
Bei einem Standardblock wie DPML kann eine andere Partei, die eine exakt übereinstimmende Marke mit einem gültigen SMD file hält, Ihren Block per Override umgehen. Die Domain kann dann, gegen eine einmalige Override-Gebühr zuzüglich der Registrierungsgebühr, registriert werden. Premium-Stufen wie DPML+, GlobalBlock und AdultBlock+ schließen das aus, sodass nur der Block-Inhaber die Domain freigeben kann.
Nein. Ein Domain-Block deckt einen begrenzten Ausschnitt der Endungen ab, deshalb bleibt das Monitoring des restlichen Namespace unverzichtbar, gerade wenn neue gTLDs starten. Unser Enterprise-Leitfaden zum Domain-Namen-Schutz behandelt das Monitoring neben den übrigen Disziplinen.
Domain-Blocks laufen mit jährlicher oder mehrjähriger Laufzeit, üblicherweise bis zu fünf Jahre, und sind verlängerbar. Läuft ein Block aus, kehrt die Domain auf den offenen Markt zurück und wird wieder registrierbar.
Nur in Premium-Stufen mit Varianten-Schutz wie GlobalBlock+ oder AdultBlock+ oder mit AbuseShield von NameBlock. Ein Standardblock deckt nur die exakt übereinstimmende Domain ab. Verwandte Schutzmechanismen der Startphasen behandelt unsere Übersicht zu Sunrise, Landrush und General Availability.